Reiterverein Oranjehof e.V. - Neusser Landstr. 42 - 50769 Köln

Die Vereinschronik des Reiterverein Oranjehof e.V.

Vorwort

Jochen Gottschalt schrieb - freilich ohne es zu wissen - eine perfekte Einleitung für diese Chronik, als er auf Bitten der Steigbügel-Redaktion im März 1985 berichtete:

Als ich 1952 aus dem Pferdeland Holstein direkt aus einem Zuchtbetrieb mich beruflich in den Kölner Norden veränderte, war dieses Gebiet zwischen Weidenpesch und Worringen zwar noch reines landwirtschaftliches Gelände, aber Reitpferde waren Mangelware. Wo heute die Esso ist, lag früher der Lachemer Hof. Hier stand die "Erle2", Siegerin im G.P. von Aachen unter Pol.-Meister Hafemann. In Rheinkassel beim Bauer Lünemann stand ein brauner westf. Wallach, den ich freundlicherweise ständig reiten durfte und in Weiler hatte der Landwirt Kothen noch ein Reitpferd. Das war es, aber Reiten war ja auch noch nicht Volkssport. 1957/58 begann die Industrialisierung des Kölner Nordens. Neue Wohnplätze entstanden: die Gartenstadt Nord, die Siedlung "Zu den Höfen" und die "Neue Stadt" mit den Ortsteilen Seeberg und Heimersdorf. Bis 1956 wohnten ca. 30.000 Menschen in diesen jungen Ortschaften. Die Sport- und Unterhaltungsmöglichkeiten waren zu dieser Zeit genauso schlecht wie die Verkehrsbedingungen. Ich hatte mein Pferd in Rheinkassel durch Tod verloren und wollte doch gerne wieder reiten. - Ich hoffte, durch eine kleine Anzeige im "Neuen Stadt-Kurier" Reiter oder Reitsportinteressierte zur Gründung eines Reitervereins zu finden.

Am 9. Juni 1965 um 20.00 Uhr trafen sich in einer Gastwirtschaft am Eibenweg 16 Reitsportbegeisterte mit mir und dem damaligen Geschäftsführer des Bürgervereins "Neue Stadt" zu einer Gründungsversammlung. Der Geschäftsführer, Herr van gen Hassend, erläuterte uns die Möglichkeiten, die für diesen Sport im Bereich der Neuen Stadt gegeben seien. Nach seinen Ausführungen waren wir sicher, daß es uns gemeinsam gelingen müsste, den Reitsport auch im Kölner Norden heimisch zu machen. Beginnen wollten wir als Reitsportabteilung in einem noch zu gründenden Gesamtsportverein, dem späteren "KSV Neue Stadt". Karl Marnach leitete die Wahl für den Arbeitsausschuss "Reitsportabteilung". Ich übernahm den Vorsitz, Otto Zerth wurde l. Beisitzer. Wenige Tage danach konnte ich durch den Trainer Hein Bollow von der Olympia-Reiterin Frau Linsenhoff den von ihr ausgebildeten 3 1/2 Jahre alten braunen, großrahmigen Vollblutwallach "Minensucher" kaufen. Ein Glücksfall, denn dieses Pferd war absolut lammfromm. Das war wichtig für uns, weil von uns 17 Mitgliedern nur 3 ausgebildete Reiter waren, der Rest waren Freizeitreiter und Anfänger. "Minensucher" bezog seine Box in meiner Garage, eine Planierraupe schob hinter meinem Grundstück ein 20 x 40 m Viereck frei und der Reitbetrieb begann. - 17 Mann auf einem Pferd. - Bald konnten wir mit Hilfe des Planers der Neuen Stadt, Herrn Stadtbaudirektor Riedel, auf dem Oranjehof neue Stallungen finden. Hier standen "Portland" und "Nelly", immer neue Pferde kamen hinzu; eine schwere Aufbauphase begann und ist eigentlich auch noch nicht beendet, trotz vieler Erfolge und Leistungen. Aber darüber mögen andere berichten.

So berichtete Karl Marnach 1985 in der folgenden Ausgabe des Steigbügels über die Zeit beim SV 65:

Es stellte sich ... schnell heraus, dass unsere Probleme doch anders lagen als die der Fußballer, Boxer, Leichtathleten und Schwimmer. So entstand bei uns dann bald der Wunsch nach Selbständigkeit. Die Verhandlungen waren wegen der juristischen, finanziellen und organisatorischen Probleme nicht einfach, aber wir trennten uns in vollem Einvernehmen und die beiden Vereine haben bis heute ein gutes Verhältnis zueinander. Den damaligen Geschäftsführer (des SV 65), H.P. Laur, haben wir bei der Gelegenheit gleich für den neuen Vorstand mitgenommen.

Da wir uns inzwischen am Oranjehof eingenistet hatten, lag es nahe, den Namen "Reiterverein Oranjehof" anzunehmen. Von Anfang an sahen wir drei Schwerpunkte in unserer künftigen Arbeit:

Die sportliche Förderung

Eine gediegene Ausbildung in einem weit gefächerten Angebot von der Breitenarbeit bis zum Leistungssport, Veranstaltung von Turnieren und Lehrgängen.

Jugendarbeit

Neben dem Sport, Einübung in Demokratie und verantwortungsbewusstes Verhalten. Der wachsenden Verstädterung wollten wir mit, "dem Stall" ein Gegengewicht setzen.

Gesellschaftliche Kristallisationshilfe

Allen, die z. T. neu in den Kölner Norden kamen, wollten wir helfen, heimisch zu werden. Dazu dienten interne Feiern, Stammtisch, Hubertusmesse, Teilnahme an Schützen- und Karnevalszügen.

Mit unseren Bestrebungen fanden wir Resonanz bei der Stadt Köln, und so gelang es uns gleich bei der Planung des Erholungsgebietes am Fühlinger See, für uns ein Grundstück in unübertrefflich guter Lage in langfristiger Erbpacht zu erhalten. Dies und die Förderung, die wir von vielen Stellen bekamen, wurde uns aber auch zur Verpflichtung und Herausforderung.

1967

Am 3. Mai 1967 wurde es ernst.

"... Die ... Mitgliederversammlung der Reitergruppe des "SV 65 - Neue Stadt" beschließt, aus Zweckmäßigkeitsgründen, entsprechend einer Anregung des Sportamtes der Stadt Köln und in Übereinstimmung mit dem Vorstand des "SV 65 - Neue Stadt" sowie in Anlehnung an das Gründungsprotokoll der Reiterabteilung Neue Stadt vom 9. Juni 1965, diese Sportgruppe in Form eines eingetragenen Vereins mit der Bezeichnung "Reiterverein Oranjehof e.V.", Köln-Neue Stadt, weiterzuführen. ...

Der Antrag wird mit einer Enthaltung ohne Gegenstimme angenommen. ...

Es werden durch Zuruf nominiert und wie folgt gewählt:

Zum Vorsitzenden:   Herr Karl Marnach

Zum Kassenwart:     Herr Dr. jur. Heinz Detmer

Zum Reitwart:   Herr H.-J. Gottschalt

Zum Jugendwart:     Herr Manfred Radwitz

Als erster Kassenprüfer wurde anschließend Horst Groschopp, als erster Ehrenratsvorsitzender Otto Zerth gewählt. Damit war - fast alles - installiert, was den Verein organisatorisch ausmachte. Nun wandte sich die Versammlung dem Thema zu, über das der Chronist noch viel zu berichten haben wird: Das Geld. Die Anwesenden beschlossen, den Monatsbeitrag für Erwachsene auf DM 5,-, für Jugendliche auf DM 2,50, die Aufnahmegebühr für Erwachsene auf DM 50,- und Jugendliche DM 25,- festzusetzen.

Für die "Bestandserhebung" der Stadt Köln meldete Karl Marnach unter dem 6.5.1967, daß der Verein 13 männliche und 15 weibliche Mitglieder bis 18 Jahre und 19 männliche und 9 weibliche über 18 Jahre hatte. Mit 56 Mitgliedern und den Pferden Humorist, Portland und Princess ging es also los.

Pro Tag gab es 4 Reitstunden. Sie dauerten 30 Minuten und fanden dienstags bis freitags ab 18 Uhr, samstags ab 15 Uhr und sonntags ab 9 Uhr statt. Einen angestellten Reitlehrer gab es natürlich nicht. Horst Groschopp, Jochen Gottschalt und Otto Zerth leiteten die Stunden. Schnell erkannte man, daß der Verein auf Dauer nicht mit den paar Pferden auskam, die ihm von Mitgliedern überlassen wurden. Also kaufte der Verein ein Pferd; für mehr reichte das Geld nicht. Harras, der "Urahne" der Schulpferde wurde zur Hälfte vom Verein und zur Hälfte von Frau Wolff, der damaligen Kassenwartin gekauft. Nach und nach kaufte der Verein von Frau Wolff weitere Bruchteile von Harras. Mit jeder Stunde, in der Frau Wolff auf Harras ritt, erhielt der Verein ein kleines Stück mehr von ihm.

1968

Bis zum 8.1.1968 stieg die Zahl der Mitglieder auf 63. In der Mitgliederversammlung 1968 konnte Karl Marnach stolz berichten, daß bereits drei Jugendliche in Köln-Merheim gestartet waren und sich ihr Leistungsstand durchaus sehen lassen konnte. Diese Erfolge wurden allerdings durch den Verlust des damaligen Reitplatzes getrübt. Darauf war nämlich die Tennishalle gebaut worden. Schon damals schrieb Karl Marnach in das Konzept für seinen Bericht vor der Mitgliederversammlung, "daß fehlendes Verständnis für andere oder auch nur mangelnde Toleranz die Atmosphäre des Vereins sehr schnell vergiften können."

1969 

Trotz dieser eindringlichen Mahnung blieb der Aufwärtstrend jedoch ungebrochen. Bis zur Mitgliederversammlung 1969 hatte der Verein als Verstärkung für Harras auch noch Fee und Janos angeschafft.

H. P. Laur, gelernter Journalist, rief die Vereinszeitschrift ins Leben. Als Name wurde das Vereinssymbol, "Der Steigbügel" gewählt. Zu diesem Symbol war der Verein durch Pit Flick gekommen. Pit Flick war der Karikaturist, der seinerzeit in der Sendung "Hier und Heute" des WDR als Schnellzeichner während der Sendung karikierte. Ihn hatte Karl Marnach, der beim WDR als Toningenieur arbeitete, um einen Vorschlag für passendes Symbol eines Reitervereins gebeten. Aus der Hand zeichnete Pit Flick den Steigbügel, der noch heute für den RVO steht.

Um die Nachfrage der inzwischen 89 Mitglieder bedienen zu können, war "Papa" Görres als ganztägiger Reitlehrer engagiert worden. Die Stadt half dem Verein mit einem Zuschuß und vor allem mit der Überlassung der Stallgebäude. Insbesondere die Gebäude mußten jedoch vor dem Einzug der ersten Pferde hergerichtet werden. Herr Görres und Jochen Gottschalt legten hier Hand an und Karl Marnach rief in der Mitgliederversammlung auf:

"Es wäre schön, wenn unsere Mitglieder nun einmal zeigen würden, daß sie nicht nur einigen wenigen die Arbeit und Sorge im Verein überlassen wollen."

Sportlich hatten wieder einmal die Jugendlichen die Nase vorn. Konnten sich ihre Leistungen in 1967 durchaus sehen lassen, hatten sie in 1968 "beachtliche Plazierungen erreicht, einer hat das Reitabzeichen erworben". Der Optimismus und die damals herrschende Aufbruchstimmung kommen in den abschließenden Sätzen des Berichts des Vorsitzenden gut zum Ausdruck:

"Selbst wenn wir es wollten, hier an dieser Stelle können wir keine, sich selbst genügende, kleine Gruppe von Reitern bleiben. Wir müssen unseren Sport auf eine breite Basis stellen. Dazu verpflichten uns die vorhandenen Möglichkeiten, und das erwartet auch die Öffentlichkeit von uns. Als eine der daraus folgenden Konsequenzen hat sich der Vorstand auch mit dem Plan eines Reithallenbaues befaßt. Es wird sicher noch so manche Aktion gestartet werden müssen, bis es soweit ist, aber die bisherige Entwicklung gibt uns den Mut zum Optimismus. Wir haben die ersten Hindernisse genommen, jetzt können wir nur noch vorwärts."

Inzwischen hatte sich auch gezeigt, daß ein ehrenamtlicher Vorstand aus 4 Personen mit der Verwirklichung aller gesteckten Ziele überfordert war. Deshalb wurde er auf 9 Personen aufgestockt. Um die Belange des Vereins kümmerten sich nun Karl Marnach als Erster Vorsitzender, Otto Zerth als Zweiter Vorsitzender, Manfred Fuchs als Geschäftsführer, Hans-Heinrich von Loeper als Reitsportwart, Karl Edwin Simon als Reitanlagenwart, Dr. Ursel Niemöller als Jugendwartin, Herr Wolfram und Herr Schulten als Beisitzer.

Von dieser Stimmung getragen wurden Angebote für eine zu bauende Reithalle eingeholt und diskutiert. Vor allem aber wurde mit Vertrag vom 25.11.1969 das Vereinsgelände - ungefähr in der heutigen Größe - von der Stadt gemietet.

Diese weitere Festigung war auch dringend nötig, denn per 31.12.1969 hatte der Verein bereits 159 Mitglieder.

1970 

war das Jahr des Hallenbaus. DM 37.500 kamen als Zuschuß von der Stadt Köln, der Landwirtschaftsminister NRW gab DM 30.000 und von der Sparkasse kam ein für 3 Jahre tilgungsfreier Kredit in Höhe von ca. DM 80.000. Der Verein hatte natürlich keine Sicherheiten für den Kredit der Sparkasse und deshalb verbürgten sich die Vorstandsmitglieder persönlich für die Rückzahlung. So übernahmen u.a. Jochen Gottschalt, H. P. Laur, Karl Marnach und Karl Pietzko selbstschuldnerische Bürgschaften. Auch die Mitglieder leisteten ihren finanziellen Beitrag. Erwachsene mußten nun DM 7 pro Reitstunde, Jugendliche DM 5 zahlen. Auch die Beiträge wurden angehoben, auf DM 10 für Erwachsene und DM 5 für Jugendliche. In der Mitgliederversammlung vom 17. März 1970 wurde auch festgelegt, daß die Beiträge vierteljährlich im Voraus zu entrichten sind. Der auf 50 Jahre geschlossene Erbpachtvertrag löste den Mietvertrag ab und gab dem Verein langfristig die Sicherheit, nicht umziehen zu müssen. Die gestiegene Mitgliederzahl brachte aber auch neue Probleme. Karl Marnach brachte es auf den Punkt:

"Das Anwachsen des Vereins bringt... eine ... Gefahr mit sich; nämlich eine Abnahme des Verantwortungsgefühls. Man hört oft: "Das soll doch der Verein machen", dabei sind mit "der Verein" immer die anderen gemeint." Er rief den Mitgliedern zu: "Fühlen Sie sich mitverantwortlich, denken Sie mit, handeln Sie mit. Der Einsatz lohnt sich!"

1971

Weil die inzwischen ca. 330! Mitglieder aber offenbar nicht nur mit Worten motiviert werden konnten, wurde der sog. fast freiwillige Arbeitsdienst "ffAD" eingeführt, um die Halle pünktlich zum 19. Juni 1971 offiziell einweihen zu können. Nachdem man nun nicht länger ständig der Witterung ausgesetzt war, konnten bereits 8.200 Reitstunden genommen werden. Für die Reitstunden zeichnete seit dem 1.9.71 Arthur Birke verantwortlich. Er löste den bis dahin tätigen ersten hauptberuflichen Reitlehrer, Herrn Mensen, ab. Der "gedeckte Reitplatz" ermöglichte es auch, Therapeutisches Reiten durchzuführen. Herr Dr. Ofteringer, ein Kinderarzt aus Heimersdorf, war schon länger Vereinsmitglied und begann, mit eigenen Pferden diese Therapiemöglichkeit zu nutzen. Durch seine damalige Initiative wurde er zu einem der Pioniere dieser Behandlungsform.

1972

Mit 382 Mitgliedern und noch immer unter Vorsitz von Karl Marnach ging der RVO in das Jahr 1972. Das Angebot des Vereins hatte sich so positiv entwickelt und wurde so gut aufgenommen, daß im Lauf des Jahres ein Aufnahmestop beschlossen wurde, um die Kapazitäten des Vereins nicht zu überlasten. Neben der Belastung des florierenden Reitbetriebes merkte der Verein jetzt auch zunehmend die Last der Abwicklung aller kaufmännischen und verwaltungstechnischen Vorgänge. Ab Februar übernahm Margret Berg diese Aufgaben. Sie wurde Geschäftsführerin und die erste und bisher einzige Angestellte des Vereins im kaufmännischen Bereich. Sie war für die Buchhaltung, die Abrechnung der Reitkarten und die weiteren Aufgaben zuständig, die im laufenden Geschäftsbetrieb zu erledigen waren und die der ehrenamtliche Vorstand nicht noch zusätzlich zu seinem Beruf und dem Vorstandsamt erledigen konnte. Der Vorstand begleitete die - aus damaliger Sicht - letzten großen Investitionen. Dies waren die Fertigstellung der Tribüne, der Terrasse und des Casinos. Das Casino wurde zunächst vom Verein selbst betrieben. Hier war das Ehepaar Eschweiler gegen geringes Entgelt tätig.

Selbstverständlich wurde aber nicht nur Papier umgewälzt und nicht nur gebaut. Der Verein führte auch ein Turnier und eine Herbstjagd durch.

1973

Trotz Aufnahmestop im vergangenen Jahr wuchs die Mitgliederzahl bis Juni 1973 auf 460. Der Verein kam in einem Bericht des ZDF als "Reittherapiezentrum Oranjehof" erstmalig ins Femsehen. Zur Unterstützung von Arthur Birke wurde eine Bereiterin, Fräulein Sell, eingestellt. Die eigentlich guten Aussichten des RVO wurden aber in diesem Jahr jäh getrübt. In den Pferdebestand kam eine infektiöse Anämie. Zur Untersuchung mußten 5 Pferde getötet werden und über den Stall wurde eine Quarantäne verhängt.

Damit war ausgeschlossen, daß im Verein Veranstaltungen mit Beteiligung Fremder durchgeführt wurden. Selbstverständlich konnte auch niemand in einem anderen Stall an einer Veranstaltung teilnehmen.

1974

In diesem Jahr endete die Ära von Karl Marnach als 1. Vorsitzender. In der Mitgliederversammlung kandidierte er nicht erneut für dieses Amt. Nach fast 10 Jahren Engagement in führender Position (er hatte sich schon für die "Reitergruppe des SV 65" eingesetzt) übergab Karl Marnach im April die Leitung an Herrn von Teubern. Als Dank für sein Engagement erhielt Karl Marnach durch Beschluß der Mitgliederversammlung eine Ehrenmitgliedschaft im Verein. Nicht nur der Vorsitzende, sondern auch der Reitlehrer wechselte in diesem Jahr. Arthur Birke beendete (zunächst) seine Tätigkeit im RVO und ab dem 1.4.74 begann mit Allan Summers ein neuer Abschnitt. Mit Allan Summers begann auch der Ausbildungsbetrieb. Als erste Auszubildende wurde Edda Wolff eingestellt. Ein frischer Wind zog auch durch das Casino. Die Eheleute Eschweiler, die diesen Treffpunkt bisher als rein internes Vereinscasino geführt hatten, gaben die Räume und Anlagen an Herrn Möltken ab. Herr Möltken und Bernd Andermann, der damalige 2. Vorsitzende des RVO sorgten für eine Konzession, so daß das Casino fortan als öffentliche Gaststätte betrieben werden durfte.  Auch als Turnierveranstalter wurde der RVO in bemerkenswerter Weise aktiv. Im Rahmen der Stadtmeisterschaft fand damals nämlich eine Stubbendorf-Prüfung, also eine Kombination aus Springen, Dressur und Geländereiten statt. Da die Strecke um den See in 1974 noch relativ frisch angelegt war, richtete der RVO den Geländeritt aus. H.P. Laur, damals passionierter Fahrer, unterstützte auch die Planung und Durchführung eines Fahrturniers, das damals im Herbst als das einzige Fahrturnier im Rheinland mit hochrangiger Beteiligung der besten Fahrer Deutschlands durchgeführt wurde. Noch im gleichen Jahr trat Herr von Teubern aus persönlichen Gründen vom Amt des 1. Vorsitzenden zurück. Für ihn waren die Belastungen durch seinen Beruf und der für den RVO erforderliche Einsatz nicht mehr vereinbar. Es begann eine weitere Ära. H. P. Laur, ein Mitglied der ersten Stunde, langjähriges Mitglied im Vorstand und im Ehrenrat übernahm die Leitung des RVO. Am Jahresende standen 46 Pferde im Verein und dieser hatte 512 Mitglieder, wovon 2/3 Jugendliche waren.

1975

Aufgrund einer Satzungsänderung wählte die Jugendversammlung nun selbst den Jugendwart und schlug ihn nicht länger nur der Mitgliederversammlung zur Wahl vor. Mit dieser stärkeren Legitimation und einem sehr jugendfreundlichen 1. Vorsitzenden konnte Frau Wilmer, die damalige Jugendwartin, den ersten Jugendraum eröffnen. Herr Möltken, der das Casino von einem vereinsinternen Aufenthaltsraum zu einem öffentlichen Lokal gemacht hatte, warf Ende Mai 1975 das Handtuch. Nachdem er ausgezogen war, übernahm Herr Schultheis diese Drehscheibe des Vereinslebens. Mitte des Jahres stellte der Verein Herrn Buchberger, einen österreichischen Bereiter zur Unterstützung von Allan Summers ein. Mit Hilfe dieser beiden Herren konnten die Vereinsmitglieder von den Kölner Meisterschaften 4 goldene, 3 silberne und 2 weiße Schleifen mit nach Hause bringen. An seinen Leistungen lag es also nicht, als Allan Summers im September, also 1 1/2 Jahre nach seiner Einstellung entlassen wurde. Wegen dieser Entscheidung des Vorstands gab es damals erhebliche Unruhe. Unterschriftslisten wurden herum- und schließlich eingereicht - aber es half nichts. Herr Buchberger übernahm also die Leitung. Zu seiner Unterstützung stellte der Verein wiederum Frau Tenbusch ein. Beide übernahmen gemeinsam mit den Auszubildenden bis zum Jahresende den Reitunterricht. Frau Tenbusch mußte aber aufgrund der damals schlechten finanziellen Situation des Vereins zum Dezember entlassen werden. Margret Berg, die über einige Jahre als Schatzmeister im Vorstand und vor allem als bezahlte Halbtagskraft die Geschäftsstelle des Vereins geführt hatte, gab ihre Geschäftsstellentätigkeit auf. Damit hatte der Verein "Mami" Berg als eine zuverlässige und stets ansprechbare Kraft für alle in der Verwaltung anfallenden Arbeiten verloren. Damit wurde es auch wieder zur Aufgabe des Vorstands, die "einfachen" kaufmännischen Arbeiten zu erledigen. Zum Jahreswechsel stellte der Verein auch das Reitkartensystem um. Während bisher auf jeder Karte 5 Reitstunden waren, die vom jeweiligen Reitlehrer abgestrichen werden mußten, führte der Verein nun das System eine Karte = eine Stunde ein.

1976

brachte sich der Verein schon am Anfang des Jahres in die Geschichte der Rheinischen Reiterei ein, als Karl Marnach, der damals Beauftragter für Freizeitreiten und Breitensport beim Verband der Reit- und Fahrvereine Rheinland war, im RVO eine Pilotlehrgang für den Reiterpaß organisierte; wieder kam der Verein ins Fernsehen, weil das ZDF über diese neue Prüfung berichtete. Karl Marnach legte damit den Grundstein für eine über viele weitere Jahre fortgeführte Reihe von Reiterpaßlehrgängen, die Karl Edwin Simon lange Zeit mit großem Erfolg leitete.

In das Casino zogen Herr und Frau Altenberg als neue Pächter ein - und sie gaben nach 6 Monaten wieder auf. Ihnen folgte Hans-Werner Fuchs, der ehemalige Wirt des "Mühlenhof' in Longerich.

Der ehemalige Schul- (heute abgerissen) und Beyer- (benannt nach HODIBE) Stall wurde einheitlich als B-Stall benannt. Nach Plänen und Berechnungen, die Hermann-Josef Klimke aufgestellt hatte, wurde mit dem Ausbau des B-Stalls in den heutigen Zustand begonnen. Als ersten Teil des Geländes begann man, den Weg vom A-Stall bis zur Halle zu pflastern. Bei der Suche nach einem FN-Reitlehrer, der die Auszubildenden und auch Herrn Buchberger weiter ausbilden konnte, kam man wieder auf Arthur Birke, der inzwischen seine eigene Ausbildung zum Reitlehrer erfolgreich abgeschlossen hatte. Er sprang jedoch nur zeitweise ein, um die Ausbildung der Azubis zu gewährleisten. Gleichzeitig wurde die Zusammenarbeit mit Herrn Buchberger aus verschiedenen Gründen schwieriger, was schließlich zu seiner Entlassung führte. Der dadurch entstandene Engpaß in den Reitstunden wurde durch zunehmendes Engagement einiger Mitglieder überbrückt. Der Verein stellte Simon Kaldenhoff für die Übergangszeit als Reitlehrer und Betriebsleiter ein.

Im Oktober brannte Stroh im Wert von knapp DM 10.000 ab, das auf dem Springplatz neben dem Billard unter einer Plane gelagert war. Der Brand riß ein großes Loch in die damals ohnehin nahezu leere Vereinskasse. Im Steigbügel kommentierte der 1. Vorsitzende H.P. Laur: "Noch nie war die Lage so ernst."

1977

begann mit dem erfolgreichen Ende der Suche nach einem neuen Reitlehrer. Kurt Kreys konnte für diese nicht immer leichte Aufgabe gewonnen werden.

H. P. Laur hatte den Verein durch die schwierige Zeit des Reitlehrerwechsels geführt und dabei aber auch einige teils persönliche Angriffe hinnehmen müssen. Aus diesen persönlichen Angriffen zog er anfangs des Jahres die Konsequenz und wechselte auf die Position des Sportlichen Leiters. Als seinen Nachfolger wählten die Mitglieder Karl Pietzko. Mit ihm wurde das Amt des 1. Vertreters des Verein zum Amt des "Präsidenten". Die undankbare Aufgabe des neuen Vorstands und insbesondere des neuen Kaufmännischen Leiters Julius Kleefisch war, die auf der Mitgliederversammlung beschlossene Umlage einzutreiben. Ohne diese Umlage, für die jeder Erwachsene DM 100 und jeder Jugendliche DM 50, Familien maximal zusammen DM 150, zusätzlich zu zahlen hatte, hätte der Verein damals nicht überlebt. Wie schwer es war, das Geld einzutreiben, zeigt die Tatsache, daß Mitte des Jahres Zahlungen in Höhe von DM 25.000 von den 547 Mitgliedern nicht bezahlt worden waren.

Sportliches Highlight des Jahres war der Erfolg von Sigrun von Wittgenstein, die Kölner Meisterin der Dressurreiter wurde.

1978

war der nächste Wechsel an der Spitze des Vereins zu vollziehen. Karl Pietzko hatte bereits von Anfang an nur seine Bereitschaft erklärt, für ein Jahr zu amtieren. Dieser Ankündigung blieb er treu. Im Mai dieses Jahres wurde Klaus Herzig sein Nachfolger. Kurt Kreys hatte inzwischen die Segel gestrichen und der Verein griff erneut auf Arthur Birke als Reitlehrer zurück; dieses Mal aber nicht als Aushilfe, sondern als fest angestellten Reitlehrer. Birte Haamann gelang es nach Sigrun von Wittgenstein als zweites Vereinsmitglied Kölner Meisterin der Dressurreiter zu werden. Jochen Gottschalt beschäftigte sich als Technischer Leiter mit dem Ausbau des Schulstalles. Unterstützt von der Firma seines Nachfolgers Hermann Siegel schuf er den Waschplatz.

1979

Mit Christoph von Gumppenberg als sportlichem Leiter erreichte das inzwischen in Köln zur Tradition gewordene Pfingstturnier des RVO neue Höhen: Es gab Dressuren bis zur Intermediaire (Klasse S) und Springprüfungen bis Klasse M.

1980

brachte dem Verein das erste eigene Fohlen. Man hatte eine Vollblutstute, Anakonda, gekauft, die sich jedoch aufgrund ihres Gesundheitszustandes als für den Schulbetrieb ungeeignet erwies. So ließ man sie von Pasternak, einem Rheinischen Hengst decken. Am 24.3. wurde das Fohlen, ein Stütchen, geboren.

Das Maiturnier 1979 war so vorzüglich aufgefallen, daß der Landesverband den RVO bat, die Rheinischen Meisterschaften dieses Jahres auszurichten - und natürlich nahm der Verein diese Herausforderung an. Es war eine Aufgabe, die die Möglichkeiten des Vereins fast sprengte. Hinter der Tennishalle wurde ein Abreitplatz angelegt, auf das heutige Paddock kam ein großes Stallzelt, die Schulpferde mußten auf eine Weide ausweichen, kurz:

Der ganze Verein wurde umgekrempelt. Was dann sportlich auf den Rheinischen Meisterschaften geschah, blieb fast keinem in Erinnerung. Die Veranstaltung wurde nämlich von Regen dominiert. Vom 27. - 29. Juni regnete es fast ohne Pause. Alle standen knöcheltief im Matsch oder, wenn sie Glück hatten, im Wasser. Entsprechend gering waren die Einnahmen aus Eintritt und Programmheft-Verkauf und die Veranstaltung wurde zum Zuschußgeschäft.

Der Erfolg der Veranstaltung lag jedoch in ihrer Publicity: Mit Schlagzeilen wie

"Turnier wurde Schlammschlacht" aber auch "Großes Lob für Reitverein" überschrieben die rheinischen Zeitungen ihre Berichte und machten den RVO damit bekannt.

Nachdem diese Veranstaltung über die Bühne gegangen war, gab Klaus Herzig in der ordentlichen Mitgliederversammlung sein Präsidentenamt an Sigrun von Wittgenstein ab. Sie hatte jedoch ihre Wahl kaum angenommen, als sie von der Versetzung ihres Mannes nach Windhoek in Südafrika erfuhr. So kam es, daß der Vereinspräsident beim Jahreswechsel einmal mehr H. P. Laur hieß.

1981

brachte dem Verein einen neuen Casino-Pächter: Horst Klein brachte neuen Schwung in den Treffpunkt aller Mitglieder. Mit seiner Großmutter, die von allen kurz "Oma" genannt wurde, bot er auch wieder Speisen an.

1982

"H. P." hatte bis 1980 neben seinen verschiedenen Ämtern im Verein den Steigbügel alleine betreut und herausgegeben. Auch wenn er ein "RVO-Vollblut" war, wurde ihm diese Aufgabe jetzt neben dem Präsidentenamt zu viel. Deshalb erklärte sich Ursula Hahnheiser bereit, die Vereinszeitschrift fortzuführen.

1983

wurde das Reitlehrerbüro von der heutigen Meldestelle in den Schulstall verlegt. Arthur Birke, der über einige Jahre Reitlehrer und Chef der Auszubildenden war, kündigte zum 15.9. Claudia Wrench erhielt bei den Stadtmeisterschaften als beste Reiterin auf einem Schulpferd den "Silbernen Sporn".

1984

war geprägt von der Suche nach einem neuen Reitlehrer. Im Februar begann Herr Hoffmann, der zuvor bereits als Aushilfe Stunden gegeben hatte. Allerdings kam mit ihm keine Einigung zustande und im Steigbügel wurde bekanntgegeben, daß Gerd Veite am 1. Juli anfangen werde. Die Verhandlungen scheiterten letztlich daran, daß er nicht rechtzeitig die Berechtigung zur Lehrlingsausbildung erlangen konnte - und diese war für den Verein, der damals noch ausbildete, ein wesentliches Kriterium. Schließlich kam Irene Weitz. Sie arbeitete ab Mitte des Jahres, allerdings als Halbtagskraft. Schon bald stellte sich aber heraus, daß der Verein ganztägige Betreuung benötigt und die versuchte Lösung keinesfalls die Bedürfnisse befriedigte.

Das "Reitlehrerproblem" hatte aber auch mindestens eine nachhaltige positive Folge. Agnes Bongards, der Arthur Birke im Vorjahr die Longe in die Hand gegeben hatte, mußte sich nun ohne reitlehrerliche Unterstützung um die Voltigierer kümmern. Sie legte in 1984 ihre Prüfung als Voltigierwart ab und nahm mit ihren Gruppen sehr erfolgreich an verschiedenen Turnieren, darunter auch das Landesturnier, teil.

Da mit dem Reitlehrer nicht nur in sportlichen, sondern auch in organisatorischen Fragen ein ständiger Ansprechpartner fehlte, übernahm Helga Herzig die Aufgabe, dienstags, donnerstags und freitags im Büro die anstehenden Fragen der Mitglieder zu beantworten und Reitkarten zu verkaufen. Mit Helga Herzig fand auch die EDV Einzug in die Vereinsverwaltung. Mit einem eigens für den Verein geschriebenen Programm übernahm sie die bis dahin geführten Listen auf einen Personal-Computer der Familie Herzig und begann, "Karteileichen" auszusortieren und den Bestand regelmäßig zu pflegen.

1985

brachte dem Verein dann auch das erste Voltigierturnier. Angespornt von den eigenen Erfolgen und sicherlich auch mit dem Mut der Fahrer, die in 1994 noch ein großes Fahrturnier veranstaltet hatten, machten sich die Völligerer ans Werk. Das Wetter spielte mit und es wurde ein großartiger Erfolg. Der Höhenflug der Voltis setzte sich fort, als sie zum internationalen Voltigierturnier im Rahmen des CHIO nach Rotterdam eingeladen wurden. Die Fahrer hingegen hatten weniger Glück. Ihr Turnier fiel aus Kostengründen aus.

Erst mit der Ausgabe April 1985 des Steigbügels gab es einen neuen Hoffnungsschimmer. Der Verein hatte mit Wirkung vom 1. Mai Hans Nikolitsch als neuen Reitlehrer unter Vertrag genommen. Er leistete grundsätzlich gute Arbeit, mußte aber schließlich wegen einiger Unregelmäßigkeiten fristlos entlassen werden.

Im August schaffte eine Auszubildende des Vereins, Daniela Hermes, bei den Stadtmeisterschaften Jugendmeisterin zu werden.

Als dem Vorstand die wirtschaftliche Bilanz des Jahre 1984 jedoch schließlich vorlag, mußte er erschrocken feststellen, daß darin der größte Verlust der Vereinsgeschichte ausgewiesen war. Sofort wurde beschlossen, den Ausbildungsbetrieb einzustellen, die finanzielle Situation durch eine Umlage in einen vertretbaren Rahmen zurückzuführen und statt eines teuren Reitlehrers einen Bereiter einzustellen. So kam am 1. November Ralf Rannenberg. Als er seine Tätigkeit aufnahm, wurde Franz Josef Fleuster, der neben seiner Funktion als sportlicher Leiter währen der gesamten reitlehrerlosen Zeit den größten Teil der Reitstunden gegeben hatte, von dieser Aufgabe frei.

Doch damit war die Unruhe des Jahres 1985 noch nicht beendet: Der B-Stall brannte ab. An einem Donnerstagabend, als die Sonne bereits untergegangen war, loderten plötzlich Flammen aus dem damals als Heu- und Strohlager genutzten Teil des B-Stalls - zwischen Halle und dem heute als Giebel stehen gebliebenen Teil der Brandmauer - die schnell um sich griffen. Die wenigen Mitglieder, die an diesem Abend vor Ort waren, handelten so, als ob sie vorher wieder und wieder für diesen Katastrophenfall gedrillt worden wären.

Ohne Absprache, ohne Hektik, optimal koordiniert und blitzschnell wurden sämtliche Pferde, alle Sättel und das gesamte Zaumzeug aus dem B-Stall und damit aus der Gefahrenzone entfernt. Die Feuerwehr wurde sofort alarmiert, konnte aber nur noch das Übergreifen der Flammen auf andere Gebäude verhindern. Außer dem heute abgerissenen Gebäudeteil und den darin gelagerten Vorräten entstand glücklicherweise kein Schaden.

1986

1986 mußte die wirtschaftliche Erholung des Vereins bringen. Neben der beschlossenen Umlage wurde nach Verhandlungen mit den Banken für die regelmäßigen Zahlungen das Lastschriftverfahren eingeführt. Dadurch und durch die kontinuierliche Arbeit von Helga Herzig gelang es, die erheblichen Rückstände bei Beiträgen und Einstellgebühren praktisch auf Null zu reduzieren. Als bisheriger erheblicher Kostenfaktor waren auch die großen Turniere ausgemacht worden, so daß der Vorstand beschloß, in diesem Jahr keine derartige Großveranstaltung durchzuführen.

Nachdem der aus H. P. Laur, Julius Kleefisch, Franz-Josef Fleuster und Alfred Güdelhöfer bestehende Geschäftsführende Vorstand am Ende einer teilweise langen Amtszeit (Julius Kleefisch war seit über 10 Jahren kaufmännischer Leiter) diese einschneidenden Sanierungsmaßnahmen durchgesetzt hatte, übergab er seine Aufgaben an Dieter Wieland (Präsident), Hanns Dieter Kerp (Kaufmännischer Leiter), Marcus Schöler (Sportlicher Leiter) und Heinz Horst (Technischer Leiter). Unter diesem Vorstand wurden die eingeleiteten Maßnahmen konsequent fortgeführt, so daß die Bilanz 1986 mit einem Verlust von nur noch (!) 13.000,- DM schloss.

1987

1987 war ein Jahr, in dem der RVO mit seinen Schulpferden bei fast allen Turnieren im Kölner Raum vertreten war; und dies auch äußerst erfolgreich. Nicht nur die Reiter waren erfolgreich: Die Voltis stiegen in Gruppe A auf. Für die Ausrichtung des Kreisjugendturniers wurde der Verein vom Kreisverband ausdrücklich gelobt. Mit dem eigenen Turnier hatte der Verein allerdings weniger Glück. Das Nennungsergebnis war so dürftig, daß man sich entschloß, die Veranstaltung ausfallen zu lassen. Am Jahresende war man aber immerhin stolz, wieder 310 Mitglieder zu haben.

1988

Die Maßnahmen zogen: Die Mitgliederzahl stieg bis Jahresende auf 326, die Reitstunden waren wieder belebter und auch der Pensionsbetrieb erfreute die Kasse durch zeitweise 100 -ige Auslastung. Dieter Wieland konnte aus beruflichen Gründen sein Amt nicht fortführen und an seiner Stelle wurde Helmut Bongards als Präsident gewählt. Mit ihm und seiner Crew kam der RVO-Turnierkalender wieder in Tritt: Der RVO veranstaltete im Juni ein Turnier mit Prüfungen bis Klasse M. Im Oktober startete die Ehrengarde mit großem Aufwand und großem Teilnehmerfeld eine Herbstjagd, die an den Rhein hinunter und an diesem entlang bis hinter die Fähre in Langel führte.

1989

Seit 1. Mai dieses Jahres wird der Platz hinter der Tennishalle als Paddock genutzt. Bis dahin war er abwechselnd als Weide (solange dort noch Gras wuchs), als Reitplatz oder überhaupt nicht genutzt. Und dann geschah, was seither zu den tragischen Teilen der Vereinsgeschichte gehört: Der RVO hatte sich 2 neue Pferde zugelegt, die auch als gemeinsames Kutschgespann eingefahren waren. Am 14. 6., wenige Wochen nach dem Kauf wurden sie in einen Zweispänner eingespannt, und die Fahrt ging am See entlang. Zwischen dem Freibad und dem Weg, der zum Verein hinauf führt, zogen die Pferde in Richtung Wasser. Ohne daß der Fahrer es verhindern konnte, zogen sie vom Ufer immer weiter in den See hinein, bis sie schließlich versanken. Die Besatzung der Kutsche konnte sich retten, die Pferde mußten gemeinsam mit der Kutsche von der Feuerwehr aus dem See gezogen werden.

Gegen Ende des Jahres konnte die Hofpflasterung zwischen der Halle und dem A-Stall endlich fertig gestellt werden.

1990

Wiebke, ein Orkan mit für das Rheinland ungewöhnlicher Stärke, veränderte über Nacht das Bild des RVO. Das Bild war bis dahin von hohen Pappeln geprägt, die als Allee von der Neusser Landstraße den Weg zwischen dem Vereinsgelände und dem Sandplatz säumten und auch auf dem Gelände im Sommer Schatten boten. Diese Bäume knickten wie Strohhalme ab, die "Pappelallee" lag säuberlich aufgereiht auf dem Sandplatz. Wie durch ein Wunder war keiner der großen Bäume auf eines der Gebäude gefallen. Nur einige Äste waren auf die Dächer gefallen. Einige Dächer waren allerdings vom Wind zum Teil abgeräumt worden. Die Pferde standen in der Nacht also teilweise zwar im Stall, gleichzeitig aber auch im Regen. Noch in der stürmischen Nacht waren Boxen, über denen sich noch ein geschlossenes Dach befand, mit Stangen in Ständer unterteilt und die am meisten betroffenen Pferde dort eingestellt worden.

Angela Quademechels hatte Ende 1989 zunächst als Vertretung für den erkrankten Ralf Rannenberg die Leitung der Reitstunden übernommen.

"Es stellte sich jedoch schon nach kurzer Zeit heraus, daß die Unterrichtsweise und das freundliche Wesen von Frau Quademechels bei den Mitgliedern eine äußerst positive Resonanz hervorrief. Dies hat den Vorstand dazu bewogen, Frau Angela Quademechels mit Wirkung vom 1.4.1990 im Reiterverein Oranjehof als Reitlehrerin fest anzustellen. Gleichzeitig scheidet mit diesem Zeitpunkt Herr Rannenberg... aus." (H. Bongards im Steigbügel).

Das große Turnier stellte wettermäßig den denkbar krassesten Gegensatz zu den Rheinischen Meisterschaften 1980 dar. 3 Tage lang versanken die Teilnehmer, die Richter und die Helfer im Staub, der vielleicht eine epidemische Ausbreitung von Sonnenbrand verhinderte. Die Hitze war so groß, daß die Richter generell für alle Prüfungen - einschließlich der Dressuren! - Marscherleichterung gaben.

Schließlich kam der Verein wieder unter eine neue Führung: Gisela Marquardt löste Helmut Bongards vom Präsidentenamt ab.

1991

Angela von Gumppenberg erritt beim Turnier der IG Kölner Reiter die Meisterschaft der Dressurreiter. Josef "Jupp" Auweiler übernahm die Leitung des RVO-Turniers und konnte prompt einen Überschuß von DM 5.000,- erwirtschaften. Die wohl wesentlichste Änderung kam aber den Schulpferden zugute. Während sie bis dahin zumindest zum Teil in Ständern untergebracht waren, erhielt in 1991 jedes Schulpferd seine eigene Boxe. Als großen Verlust empfanden alle Vereinsmitglieder den Tod von Karl Marnach, der den Verein aufgebaut hatte und bis zum Schluß mit jeder Faser ein überzeugter und aktiver RVO-ler war. Seitdem er die Geschicke des Vereins nicht mehr als Vorstandsmitglied beeinflußte, hatte er den Vorsitz des Ehrenrates übernommen. Diese Position wurde nach seinem Tod zunächst kommissarisch und später aufgrund ordentlicher Wahl von Helga Herzig übernommen.

1992

Mit einer positiven Bilanz verabschiedete sich Gisela Marquardt auf der Mitgliederversammlung aus der Vereinsführung und übergab die Leitung an Hans Georg "Schorsch" Kerp. Zum Zeitpunkt seiner Wahl hatte der Verein bereits wieder 386 Mitglieder, am Ende des Jahres waren es 400.

1993

Im April wurde der Verein vom Verband der Reit- und Fahrvereine Rheinland mit einer Silberplakette für vorbildliche Vereinsarbeit ausgezeichnet. Der Verband hatte einen entsprechenden Wettbewerb ausgeschrieben, auf den sich der RVO bewarb. Daraufhin meldete sich eine Kommission zur Besichtigung des Hofes an - und am Tag der Begehung strahlte alles in besonderem Glanz.

Einigen Sporttauchern kam der Fühlinger See recht trübe vor. Sie nahmen Wasserproben und ließen sie untersuchen. Wie es nicht anders zu erwarten war, ergab sich aus den Untersuchungen, daß das Wasser in erheblichem Maß mit Fäkalien und Faulstoffen verschmutzt war. Da sich niemand vorstellen konnte (oder wollte), daß diese Verunreinigungen durch natürliche Vorgänge in einem stehenden Gewässer, den Ausscheidungen der im Sommer und Winter zahlreichen Vögel und nicht zuletzt auch durch die Badegäste entstehen, machte man den RVO als "Buhmann" aus. Die Staatsanwaltschaft leitete Ermittlungen gegen die Mitglieder des amtierenden Vorstands und einige seiner Vorgänger ein. Mit aufwendigen Mitteln suchte man das ominöse Rohr, mit dem der Verein angeblich seine Abwässer in den See leitete.

Selbstverständlich wurde kein Rohr gefunden! Natürlich konnte nicht nachgewiesen werden, daß der See durch den Verein verschmutzt worden war! Die Angelegenheit hatte aber auch die Stadt auf den Plan gerufen – und die stellte den Verein vor die Wahl: Entweder mußte der RVO weg oder eine Kanalisation her. Eine Kanalisation!! Ca. 400.000,- DM waren dafür unter die Erde zu bringen. Der Vorstand und mit ihm der gesamte RVO standen vor erheblichen Problemen. Gerade noch hatte man sich über einen Jahresgewinn von ca. 47.000,- DM für 1993 gefreut - und nun dies. Also wurden alle Quellen für Zuschüsse, Spenden und sonstige Hilfen angezapft. Auch eine Gebührenerhöhung wurde fällig. Wichtige Unterstützung erhielt der Verein vom Kölner Rennverein, der kurz zuvor ähnliche Investitionen durchzuführen hatte. Dr. Heinz Faßbender, der schon seit 1971 zunächst im RVO-Vorstand und später im Ehrenrat wichtige Impulse gab, und als Mitglied des Vorstands des Kölner Rennvereins die dortigen Probleme kannte, vermittelte entscheidende Kontakte und das nötige know how.

Und dann ging es an's Werk. Monatelang war das gesamte Vereinsgelände eine einzige Baustelle. Schließlich aber war der Verein an das Kanalnetz angeschlossen; erst Anfang 1995 wurden die Ermittlungsverfahren gegen die Vorstandsmitglieder eingestellt.

Ungeachtet der schwierigen Umstände dieses Jahres rief Schorsch Kerp eine neue Tradition ins Leben: den Herbstball. Über Jahre hinweg war im RVO das gesellschaftliche Leben auf Treffen im Casino und die alljährliche Weihnachtsfeier beschränkt. Schorsch Kerp mietete einen Saal in der Gaststätte "Otto" in Köln-Fühlingen, sorgte für Musik, schmückte den Saal und brachte zum ersten Mal außerhalb des Vereinsgeländes eine Veranstaltung auf die Beine, bei der man gewesen sein mußte.

1994

Nach 1993 fanden im Rahmen des großen Turniers die Prüfungen für den Eurocard-Junior-Cup und das Rheinische Jugendchampionat statt. Durch die kontinuierliche Arbeit des Vereins war er endgültig aus dem Tief hervorgekommen, und sein Turnier hatte weit über die Grenzen Kölns hinaus wieder einen festen Platz im Kalender des Leistungssports erhalten. Der Aufschwung zeigte sich in allen Bereichen. Der Pensionsstall war fast ganzjährig ausgebucht, die Reitstunden waren voll, die Voltis führten Wartelisten und die Vereinsmitglieder waren auf vielen Turnieren erfolgreich.

Mit dem Wechsel von Horst Klein auf Ute Gentz als Casino-Pächter waren die wesentlichen Umbrüche der letzten Jahre beendet.

1995

Langsam war der Verein alt genug geworden, sich ein Archiv zuzulegen. Bisher waren die Dokumente, Bilder und anderen Belege der Vereinsgeschichte bei den früheren Vorstandsmitgliedern gelagert und aufbewahrt worden – und teilweise leider auch mit ihnen verschwunden. Günter Brune startete nun im Auftrag des Vorstands mit der Sammlung und Ordnung möglichst vieler vereinsgeschichtlicher Dinge. Ohne seinen Fundus wäre diese Chronik kaum zu realisieren gewesen. Das Vereinsgelände wurde weiter ausgebaut und gepflegt. So wurde der Zaun um den Sandplatz erneuert, die Heizungsanlage komplett überholt und teilweise erneuert, das Casino erhielt eine eigene "Wärmeversorgung" und ein weiteres großes Teilstück des Hofs gepflastert.

1996

In der Tradition der Turniere der vergangenen Jahre wurde im Verein wieder ein Wettbewerb mit besonderer Bedeutung ausgetragen:

Die Stadtmeisterschaften gaben dem Turnier einen besonderen Höhepunkt. Nicht nur in puncto Sport, auch in puncto Geselligkeit war der RVO gefragt. Wegen der besonders guten Lage und den Möglichkeiten des Vereins hatte der Kreisverband angeregt, ein Jugendzeltlager der Vereine im Sommer auf dem Springplatz anzubieten. So kam es, daß fast 200 Jugendliche der verschiedenen Kölner Reitervereine an einem Wochenende im September ihre Zelte auf der Wiese des Vereins aufschlugen.

1997

1997 stand komplett im Zeichen des 30-jährigen Vereinsjubiläums. Das Turnier war wieder ein sportlicher, aber auch ein gesellschaftlicher Glanzpunkt. Viel Kölner Prominenz stellte sich ein, um dem Verein Glück zu wünschen. Jochen Gottschalt und Otto Zerth stifteten anlässlich des Jubiläums einen Preis für den erfolgreichsten Teilnehmer des RVO. Erstmalig wurde eine Springprüfung der Klasse S ausgeschrieben.

Die Vereinsmeister in diesem Jahr waren: Carmen Kellmann – Nachwuchs; Simone Raubach – Jugend; Axel Reschke – Schulpferdereiter; Simone Raubauch – Dressur; Birgit Engels - Springen

1998

Auch in diesem Jahr konnte sich der RVO nicht über mangelnde Teilnahme zum Maiturnier beklagen. Es wurden über 1200 Nennungen gezählt. Die Hallenbande und -boden wurden vorher komplett erneuert.

Auf der ordentlichen Mitgliederversammlung wurde der Vorstand wie folgt gewählt:

Präsident: Hans Georg Kerp

Kaufmännischer Leiter: Kurt Halfenberg

Sportlicher Leiter: Inga Ehrlich

Technischer Leiter: Matthias Schommer

Anlagenwart: Klaus Schmelcher

Beauftragte für den Breitensport: Klaus Mallwitz

Beauftragte für das Voltigieren: Agnes Bongards

Beauftragter für Fahrsport: Eckehard Krupp


Außerdem aus den Interessengruppen direkt gewählt:

Beauftragte der Schulpferdereiter: Peter Breier

Einstellervertreter: Dr. Udo Woelki

Jugendwart: Tanja Hoffmann

Die Vereinsmeister in diesem Jahr waren:

Doris Heinen – Nachwuchs; Simone Raubach – Jugend; Carolin Ott – Schulpferdereiter; Simone Raubauch – Dressur; Inga Herzig - Springen

1999

In sportlicher und wirtschaftlicher Hinsicht war 1999 für den RVO ein gutes Jahr. Höhepunkte des Maiturniers waren die Qualifikationen zum Rheinischen Nissan –Spring–Junioren–Cup und zur Rheinischen Teschinkasso–Trophy–Dressur–Junioren-Cup. Auf der ordentlichen Mitgliederversammlung wurde der Ehrenrat wie folgt gewählt: Helga Herzig (Vorsitzende des Ehrenrats), Dr. Heinz Fassbender, Karl Pietzko, Dieter Wieland und Elke Speth. Hermann-Josef Klimke wurde zum Ehrenmitglied ernannt. Inga Ehrlich trat aus beruflichen Gründen zurück und Hans Josef Auweiler wurde vom Gesamtvorstand als Sportlicher Leiter nach gewählt. Im Jugendvergleichsturnier erreichte der RVO den 2. Platz.

Die Vereinsmeister in diesem Jahr waren:

Carina Windelschmidt (Mario) – Nachwuchs; Heike Halfenberg (Lucie) – Jugend; Anna Kölsch (Pirathena) – Schulpferdereiter; Inga Herzig (Refino) – Dressur; Inga Herzig (Andiamo) - Springen

2000

Schorsch Kerp wurde die goldene Ehrennadel des Pferdesportverbands Rheinlands e.V. überreicht. Doch durch eines wurde dieses schöne Jahr überschattet: Brandstiftung im Heulager. Das Heulager - der hintere Quertrakt des Schulstalls - brannte komplett nieder. Brandopfer gab es glücklicherweise keine. Ab Juli 2000 war es Pflicht, den Pferdepass (Equidenpass) bei jedem Transport mitzuführen. Hinzu kam die Impfpflicht. Im Köln-Cup erreichte der RVO den vierten Platz.

Auf der ordentlichen Mitgliederversammlung wurde der Vorstand wie folgt gewählt:

Präsident: Peter Breier

Kaufmännischer Leiter: Renate Schulz

Sportlicher Leiter: Gisela Halfenberg

Technischer Leiter: Matthias Schommer

Anlagenwart: Markus Czybor

Beauftragte für den Breitensport: Yvonne Contzen

Beauftragte für das Voltigieren: Carolin Ott

Beauftragter für Fahrsport: Ruth Henninger


Außerdem aus den Interessengruppen direkt gewählt:
Jugendwart: Mirjam Auweiler

Beauftragte der Schulpferdereiter: Ilona Klasen

Einstellervertreter: Dr. Udo Woelki

Die Vereinsmeister in diesem Jahr waren:

Isabell Ott & Phillipp Siegel – Nachwuchs; Heike Halfenberg – Jugend; Simon Bläser – Schulpferdereiter; Mirjam Auweiler – Dressur; Inga Herzig - Springen

2001

Matthias Schommer legte sein Amt als Technischer Leiter nieder. Der Gesamtvorstand wählte Roland Schierstädt kommissarisch bis zur nächsten Mitgliederversammlung nach. Auch Michael Zimmermann wurde in das Amt des Kaufmännischen Leiters nach gewählt. Das Traditionelle Maiturnier fiel wegen einer allgemeinen Maul- und Klauenseuche aus, so dass nur ein internes Vereinsturnier ausgetragen wurde. Auf der ordentlichen Mitgliederversammlung wurde der Ehrenrat wie folgt gewählt: Helga Herzig (Vorsitzende des Ehrenrats), Dr. Heinz Fassbender, Karl Pietzko, Dieter Wieland und Elke Speth. Die Birnenwiese vor dem Schulstall wurde für kranke und ältere Pferde ab 20 Jahre und der untere Teil der Springweise als Weidefläche vom Vorstand freigegeben.

Die Vereinsmeister in diesem Jahr waren:

Ines Fuchs – Nachwuchs; Stephanie Brandl – Jugend; Rosa Knight – Schulpferdereiter; Stephanie Brandl – Dressur; Gisela Hafenberg - Springen

2002

Der RVO erreichte den 2. Platz des „Köln-Cup“. Helga Herzig wurde für ihre ehrenamtliche Vereinsarbeit die goldene Ehrennadel vom Kreisverband Köln verliehen und wurde Ehrenmitglied im RVO. Auf der außerordentlichen Mitgliederversammlung wurden Details über die neue geplante Reithalle abgestimmt. 435 Mitglieder zählte man durchschnittlich.

Auf der ordentlichen Mitgliederversammlung wurde der Vorstand wie folgt gewählt:

Präsident: Manfred Erdenberger

Kaufmännischer Leiter: Michael Zimmermann

Sportlicher Leiter: Gisela Halfenberg

Technischer Leiter: Roland Schierstädt

Anlagenwart: Markus Czybor

Beauftragte für den Breitensport: Yvonne Contzen

Beauftragte für das Voltigieren: Carolin Ott

Beauftragter für Fahrsport: Ruth Henninger


Außerdem aus den Interessengruppen direkt gewählt:

Jugendwart: Verena Legrand

Beauftragte der Schulpferdereiter: Yvonne Kürpig

Einstellervertreter: Dr. Udo Woelki

Die Vereinsmeister in diesem Jahr waren:

Sabrina Klein (Gallico) – Nachwuchs; Doris Heinen (Zenna) – Jugend; Rosa Knight (Monora) – Schulpferdereiter; Stephanie Brandl (Murphy) – Dressur; Ilona Klasen (Pageno) - Springen

2003

Eine neue, zusätzliche Reithalle wurde gebaut. Der Spatenstich war am 05.10.2003. Dadurch sollte die Reitsituation von über 450 Mitgliedern entschärft werden. Auch in diesem Jahr wurde erneut der 2. Platz im „Köln-Cup“ erreicht. Manfred Erdenberger und Mannschaft erschufen Ende des Jahres ein neues Amt im erweiterten Vorstand: Beauftragter für Presse- und Öffentlichkeitsarbeit, der von Karen Golz per Gesamtvorstandsbeschluss als erstes besetzt wurde. Auf der ordentlichen Mitgliederversammlung wurde der Ehrenrat wie folgt gewählt: Helga Herzig (Vorsitzende des Ehrenrats), Dr. Heinz Fassbender, Kurt Halfenberg, Hans Georg „Schorsch“ Kerp und Elke Speth.

Die Vereinsmeister in diesem Jahr waren:

Jasmin Abels (Silver Dream) – Nachwuchs; Julia Wahle (Piro) – Jugend; Nicole Maibaum (Dancer) – Schulpferdereiter; Stephanie Brandl (Murphy) – Dressur; Stephanie Krahforst (Pioletta) - Springen

2004

Auf der Mitgliederversammlung wurde der Vorstand wie folgt gewählt:

Präsident: Manfred Erdenberger

Kaufmännischer Leiter: Michael Zimmermann

Sportlicher Leiter: Gisela Halfenberg

Technischer Leiter: Roland Schierstädt

Anlagenwart: Markus Czybor

Beauftragte für den Breitensport: Yvonne Contzen

Beauftragte für das Voltigieren: Agnes Bongards

Beauftragter für Presse- und Öffentlichkeitsarbeit: Nathalie Fehring


Außerdem aus den Interessengruppen direkt gewählt: 
Jugendwart: Sonja Günter

Beauftragte der Schulpferdereiter: Yvonne Kürpig 
Einstellervertreter: Dr. Udo Woelki

Die Vereinsmeister in diesem Jahr waren:

Meike Schneider (Pirathena/Nergis) – Nachwuchs; Julia Wahle (Piro) – Jugend; Sabrina Klein (Little Rusty) – Schulpferdereiter; Inga Herzig (Refino) – Dressur; Phillipp Siegel (Ilara) – Springen

In diesem Jahr belegte der „Reiterverein Oranjehof e.V.“ den ersten Platz im „Köln-Cup“ und gewann außerdem die „Jugendvereinsmeisterschaft“. Neue Boxenfenster wurden in den A/B/D-Ställen eingebaut. Beim Martinsgansspringen kamen im Oranjehof 750€ in einer Spendenaktion zusammen, die an die Hilfsorganisation „Wir helfen“ weitergeleitet wurden. Die Köln-Cup-Ehrungen fanden auf dem Herbstball des RVO´s im Gasthaus Fühlingen statt.

2005

Erneut gewann der RVO den Köln-Cup. Schirmherrin des Maiturniers war „Mutter Beimer“ Marie Luise Marjan aus der Lindenstrasse. Der D-Stall wurde um weitere Boxen erweitert. Helga Herzig und Dr. Fassbender scheideten auf eigenen Wunsch aus dem Ehrenrat aus. Der Ehrenrat wurde auf der Mitgliederversammlung wie folgt gewählt: Kurt Halfenberg (Vorsitzende des Ehrenrats), Stephan Herzig, Josef „Jupp“ Auweiler, Hans Georg „Schorsch“ Kerp und Elke Speth. Von nun an sollten die Ehrenratssitzungen im Oranjehof stattfinden. Andrea Henning wurde von Helga Herzig in die Geschäftsstelle/Kassenführung eingearbeitet. Manfred Erdenberger legte aus beruflichen Gründen sein Amt als Präsident nieder. Auch Sonja Günter musste ihr Amt aus Zeitgründen als Jugendwart niederlegen. Auf eigenen Wunsch wurden die Stunden der Reitlehrerin Frau Quademechels reduziert. Diese reduzierten Stunden wurden ab da von geeigneten Vereinsmitgliedern übernommen.

Die Vereinsmeister in diesem Jahr waren:

Sandra Biermann (Czibes) – Nachwuchs; Vanessa Krüger (Bailey´s) – Jugend Dressur; Vanessa Krüger (Remy) – Jugend Springen; Nicole Maibaum (Dancer) – Schulpferdereiter; Julia Wahle (Azzuro) – Dressur; Alexandra Hackenbroch (Namiros) – Springen

2006

Reitmarken für Privatpferdereiter im Schulunterricht wurde eingeführt. Am Ende der Turniersaison erreichte der RVO Platz 2 im Köln-Cup. Dafür hatte der RVO eine erste Jugendstadtmeisterin mit Julia Wahle. Die Schimmelstute Nergis aus dem Schulstall verstarb an einer Kolik. Nach über 20 Jahren wurde auf dem Vereinsgelände wieder ein Fohlen geboren.

Auf der Mitgliederversammlung wurde der Vorstand wie folgt gewählt:

Präsident: Roland Schierstädt

Kaufmännischer Leiter: Michael Zimmermann

Sportlicher Leiter: André Hoffmann

Technischer Leiter: Wolfgang Gürsch

Anlagenwart: Sara Knight

Beauftragte für den Breitensport: Karen Golz

Beauftragte für das Voltigieren: Agnes Bongards

Beauftragter für Presse- und Öffentlichkeitsarbeit: Frank Stein


Außerdem aus den Interessengruppen direkt gewählt:

Jugendwart: Stephanie Brandl

Beauftragte der Schulpferdereiter: Manuela Stein

Einstellervertreter: Klaus Kahmann

Zusätzlich wurde Frank Stein auf der Mitgliederversammlung als Verantwortlicher der Vereinszeitschrift "Der Steigbügel" gewählt. André Hoffmann übernahm Mitte Dezember auch das Amt des technischen Leiters kommissarisch bis zur Mitgliederversammlung 2007. Die Steigbügelausgabe wurde Ende 2006 erstmals in elektronischer Form angeboten und der RVO-Mitgliedsausweis bekam ein neues Design.

Die Vereinsmeister in diesem Jahr waren:

Saskia Vitt (Tom) – Nachwuchs; Vanessa Krüger (Chiasso Fare) – Jugend Dressur; Anja Lorenz (Vegas) – Jugend Springen; Sabrina Klein (Little Rusty) – Schulpferdereiter; Julia Wahle (Azzuro) – Dressur; Heike Halfenberg (Wie Willy) – Springen

2007

Großangelegte Bodensanierung. Beide Reithallen bekamen eine neue Tretschicht aus der Mischung Quarzsand / Spinn- und Textilstoffe. Der Außenplatz wurde komplett neu aufgebaut. Ab da ritt man auf feinstem Kirchhellener Reitsand.  Zwei Wochen vor dem Turnier wurde erstmalig ein Trainigsspringen im RVO angeboten, welches viele Vereine auch nutzten. Die Jugend wählte ihren neuen Jugendwart: Heidi Faller. Erfolgreich nahm sie mit Ihren Jugendlichen an dem Jugendvergleichsturnier teil und errang den zweiten Platz. Der RVO feierte am 3. Mai 2007 sein 40-jähriges Bestehen mit einem großen Jubiläumsturnier. Die höchste Ausschreibung war das S**-Springen. Man zählte über 1200 Nennungen. Auf der ordentlichen Mitgliederversammlung wurde der alte Ehrenrat per Block wiedergewählt: Stefan Herzig (Vorsitzender), Jupp Auweiler, Kurt Halfenberg, Hans Georg „Schorsch“ Kerp und Elke Speth. Mario Grohmann wurde von den Mitgliedern für ein Jahr als Technischer Leiter, Insa Lorenz als Kaufmännischer Leiter gewählt. Michael Zimmermann verlieh man die Silberne Ehrennadel für seine Verdienste im RVO. Im Spätsommer wurde Verena Legrand vom Gesamtvorstand zum Sportlichen Leiter nach gewählt, weil André Hoffmann aus beruflichen Gründen zurücktreten musste. Im letzten Quartal konnte Mario Grohmann auch aus beruflichen Gründen sein Amt nicht mehr weiterführen, so dass Klaus Kahmann dessen Aufgaben übernahm. Erstmalig beteiligte sich der Verein mit einem Reitangebot an einem Kinderferiensportprogramm in den Herbstferien, welches von der Stadt Köln, der Ford-Werke GmbH und diversen Hilfsorganisationen im Kölner Norden veranstaltet wurden. Zum ersten Mal hatte der RVO mit Saskia Vitt eine Stadtmeisterin in der Kategorie Junioren Springen und gleichzeitigen Gewinnerin des Prima-Colonia-Cup 2007 Klasse A.

Die Vereinsmeister in diesem Jahr waren:

Celine Schweren (Ramira) – Nachwuchs; Lara Meuleneers (Picaro) – Jugend Dressur; Anja Lorenz (Vegas) – Jugend Springen; Nicole Maibaum (Dancer) – Schulpferdereiter; Lisa Wolf (Wellenkönig) – Dressur; Jasmin Lorenz (Lugano) – Springen

2008

In 2008 fand die Kölner Kreis- und Stadtmeisterschaft innerhalb des traditionellen Maiturniers im Oranjehof unter der Leitung von Gisela Halfenberg statt. Nach vielen Jahren wurden wieder eine Dressurprüfung der Klasse S ausgerichtet. Etwas über 1400 Nennungen zählte man. Als prominenten Schirmherrn konnte Henning Krautmacher von der kölschen Gesangsgruppe "De Höhner" gewonnen werden. Zwei Wochen vor dem Turnier fand das Trainingsspringen wegen der vielen Teilnehmer über zwei Tage statt.

Die Mitgliederversammlung wählte den neuen Vorstand:

Präsident: Sascha Müller

Kaufmännischer Leiter: Insa Lorenz

Sportlicher Leiter: Ilona Klasen

Technischer Leiter: Klaus Kahmann

Anlagenwart: Sara Knight

Beauftragte für den Breitensport: Heike Bewer

Beauftragte für das Voltigieren: Agnes Bongards

 

Außerdem aus den Interessengruppen direkt gewählt:

Einstellervertreter: Sonja Günter

Beauftragte der Schulpferdereiter: Manuela Stein

Jugendwart: Ramona Riedel

Das Amt des Beauftragten für Presse- und Öffentlichkeitsarbeit wurde wegen eines fehlenden Freiwilligen aus dem Erweiterten Vorstand auf der Mitgliederversammlung heraus genommen. Außerdem fehlte die Besetzung des Verantwortlichen der Vereinszeitschrift „Der Steigbügel“. Die Vereinszeitschrift war zum erliegen gekommen.

Zusammen mit Loretta Kuligowski übernahm Klaus Kahmann eine Woche vor dem großen Turnier das Reitercasino, das durch viel persönlichen Einsatz der beiden wieder zu einem echten Vereinsmittelpunkt wurde.

Durch Sponsoren und Jugendausschuss wurde es möglich gemacht: Jasmin Lorenz sichtete und kaufte in Absprache mit dem Vorstand zwei Shetland-Ponys. Die Fläche hinter dem A-Stall wurde so hergerichtet, dass die zwei Neuzugänge dort ihre neue Heimat fanden. Innerhalb weniger Sonntage wurde auf dieser Fläche ein Shetty-Häuschen gezimmert getreu dem Motto: Außenstallhaltung. Jugendarbeit war für den RVO bisher immer erst ab 6 Jahren möglich, und im Schulbetrieb war die Teilnahme am Reitunterricht auch nur älteren Jugendlichen möglich. Durch das Shetlandponyprojekt konnte man jetzt auch den ganz kleinen das reiten und besonders das Pferd näher bringen.

Das Jahr 2007 war durch die hohen Investitionskosten und die um fast 40% gestiegenen Kosten für Heu & Stroh finanziell ein schlechtes Jahr. Umso größer war die Herausforderung für den Vorstand seine Ziele umzusetzen. In 2007 wurden die Sportanlagen zwar saniert, aber der Rest vom Stall war in einem bedauerlichen Zustand. So wurden viele Personalgespräche geführt, um die neuen Gedanken zu vermitteln. Die Qualität des Futters konnte durch intensive Gespräche mit den Lieferanten deutlich gesteigert werden und die allgemeine Ordnung und Hygiene nahm stetig zu.

Trotz intensiver Bemühungen wurde bis zum Winter das Grünflächenamt bezüglich der Reitwege nicht aktiv. Diese waren in diesem Jahr in einem kaum noch nutzbaren Zustand.

Noch vor dem Wintereinbruch sollte die Fläche vor dem D-Stall befestigt werden, die Planung und Ausschreibung dauerte leider sehr lange, da zum einen nur sehr begrenzte Finanzielle Mittel zur Verfügung standen und zudem die Auflagen der unteren Wasserschutzbehörde und dem Umweltamt berücksichtigt werden mussten. Nach vielen „Runden“ konnte ein tragbares Konzept entwickelt werden. Mitte Dezember war es dann soweit: Die Fläche vor dem D-Stall wurde auf einer Breite von 3m gepflastert und der Rest der Fläche mit Schotter aufgefüllt.

Durch die erfolgreiche und intensive Casinoarbeit musste Klaus Kahmann im November zurücktreten und Mario Grohmann übernahm dessen Aufgaben. Das Amt des Beauftragten für Presse- und Öffentlichkeitsarbeit wurde im Dezember vom Gesamtvorstand wieder in den Erweiterten Vorstand gewählt und anschließend durch Frank Stein auch wieder besetzt.

Die Vereinsmeister in diesem Jahr waren:

Saskia Schweren (Petite Jacques) – Nachwuchs; Julia Wahle (Futures Dream) – Jugend Dressur; Lorine Kuligoswki (Arancia) – Jugend Springen; Nicole Maibaum (Dancer) – Schulpferdereiter; Julia Wahle (Futures Dream) – Dressur; Lorine Kuligowski (Carlos) – Springen

 

 

2009 

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Mitgearbeitet an der Vereinschronik:

bis 1997 Stephan Herzig

1997 bis 2008 Frank Stein

2008 Sascha Müller

 

Nachwort

Oft genug bleibt bei Gesprächen der "älteren" Mitglieder über "die alten Zeiten" die Frage "Wann genau war denn das?" offen. Die "jüngeren" Mitglieder kennen den Verein nur in seinem derzeitigen Bestand und wissen natürlich nicht, welche Vorgeschichte und welche Vorarbeit zu dem RVO geführt haben, den wir heute kennen.

Die vorliegende mehr tabellarische Chronik kann hoffentlich helfen, das ein oder andere persönliche Erlebnis zeitlich einzuordnen und aufzeigen, welche gemeinsamen Anstrengungen erforderlich waren und noch immer sind, um den Verein zu ermöglichen und zu entwickeln.

Manche Daten sind in dieser Auflage der Chronik noch nicht enthalten. Das liegt zunächst daran, dass der Verein erst kürzlich begonnen hat, eine geordnete Sammlung über die eigene Geschichte anzulegen. Ein weiterer Grund für die Unvollständigkeit ist der Umstand, dass inzwischen ausgeschiedene Mitglieder und Vorstandsmitglieder ihr Wissen und zum Teil auch ihre Unterlagen mitgenommen haben. Möglicherweise kann die Chronik aber mit Hilfe weiterer Unterlagen noch fortgeschrieben und vervollständigt werden.

Alle hier aufgeführten Daten und Fakten stellen nur dar, welches Gerüst der Verein für das eigentliche Vereinsleben in der Vergangenheit bot. Das Vereinsleben, also die vielen kleinen Begebenheiten, die den Verein für manchen erst zur zweiten Heimat werden ließen, konnten in die Sammlung noch nicht aufgenommen werden. Hier bleibt noch zu hoffen, daß unter Mitarbeit der jeweils Beteiligten auch noch möglichst viele dieser Mosaiksteine zur Vervollständigung des Bildes des Vereins gesammelt werden können, damit in der nächsten Auflage auch diese Seite berücksichtigt werden kann.

November 1997 Stephan Herzig